Die Weltkonferenz RIO+20 startete in Österreich

Über 30 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen bieten rund um die Weltkonferenz im Juni in Rio 40 Veranstaltungen in Österreich und zeigen, wie ein sozialer, ökologischer und ökonomischer Wandel gelingen kann.

Die UN-Konferenz 1992 war ein Meilenstein für die Integration von Umwelt- und Entwicklungsbestrebungen weltweit. Bei der Nachfolgekonferenz RIO+20 wird Bilanz gezogen. Denn so wie bisher kann es nicht weitergehen. Die vor 20 Jahren angesprochenen Probleme haben sich in vielen Bereichen massiv verschärft. Das erkennen immer mehr Personen, die sich weltweit für eine „andere Welt“ engagieren. In Österreich bündeln jetzt über 30 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen ihre Aktivitäten und starteten am 20. Februar - vier Monate vor RIO+20 - auf der Sternwarte Urania in Wien die Initiative „RIO+20 – Gerechtigkeit in einer endlichen Welt“.

 

RIO+20 könnte wieder zum Meilenstein werden. Dafür sorgen die Aktivitäten der Zivilgesellschaft. Aus der Finanz-, Wirtschafts- und Hungerkrise ist diese gestärkt hervorgegangen, tritt geschlossener auf und zeigt, wie nachhaltige Entwicklung und Gerechtigkeit aussehen kann. Bis zur UNO-Nachhaltigkeitskonferenz im Juni organisiert die neu gegründete Initiative daher auch in ganz Österreich über 40 Veranstaltungen. Veranstaltungen, die konkrete Wege in eine ökologische und sozial gerechte Zukunft aufzeigen. Die Aktivitäten reichen von Diskussionen über Ausstellungen, Filmtage bis zu Konferenzen in ganz Österreich. Den Auftakt machen die Frauenfilmtage im Zeichen von „Green Action“ von 1. – 8. März in Wien.

 

Mit „Mut zum Wandel“

 

Bei der Pressekonferenz präsentierte die Initiative zwei Personen, die schon jetzt Teil des Wandels sind. Julia Baschinger engagiert sich beim von der Jugend-Umwelt-Plattform JUMP organisierten österreichweiten Jugendforum RIO+20. Zwei Jugendliche werden ausgewählt und vertreten die Interessen der Jugend in Rio. „Ich will nicht auf andere warten, ich werde gleich lieber selbst aktiv“, so die 20jährige. Aktiv ist auch Josef Ober. Er hat eine steirische Region unter dem Begriff „Vulkanland“ zu neuem Leben erweckt. Eine ökologische und soziale Erfolgsgeschichte. „Die globalen Probleme können nicht im Großen alleine gelöst werden, sondern sie müssen vor allem dort gelöst werden, wo sie entstehen. In den kleinsten Lebenswelten, in den Familien, in der Gemeinschaft, in der Gemeinde und in der Region. Dafür muss die Bundes- und Landespolitik die politischen Rahmenbedingungen schaffen - damit eine zukunftsfähige Entwicklung möglich ist“, so der Obmann des Vulkanlandes.

 

Von RIO92 bis RIO+20

 

Die Initiative wird aber auch direkt vor Ort bei der Konferenz in Rio vertreten sein. Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace, war bereits vor 20 Jahren dabei: „Die Rio Konferenz findet nach zwei Jahrzehnten voller gebrochener Versprechen und fehlender Handlungsbereitschaft statt. Das Resultat sind Milliarden Menschen in bitterster Armut und ein Ökosystem kurz vor dem Kollaps. Der vorliegende Entwurf für die Abschlusserklärung von Rio ist voll dieser Versprechungen und weiteren Verzögerungen."

Ebenfalls in der österreichischen Delegation wird Daniel Bacher, Projekt- und Anwaltschaftsreferent der Dreikönigsaktion Hilfswerk der Katholischen Jungschar, sein: „Wir brauchen keine neuen unverbindlichen Versprechungen ohne entsprechende Finanzmittel, sondern die Umsetzung bereits bestehender völkerrechtlicher Abkommen, Deklarationen und Aktionspläne zur Durchsetzung internationaler Menschenrechte und Umweltrechte. Dabei ist vor allem die Verlagerung von Verantwortung weg von Staaten hin zum privaten Sektor abzulehnen. PolitikerInnen müssen sich in Rio dafür einsetzen, dass sich die grüne Wirtschaft an internationalen Menschenrechten orientiert und kein Ersatz für eine Politik nachhaltiger Entwicklung wird.“